Verenaschlucht - Megalithenweg

Grosse Steine, um die sich Legenden ranken...Ende Mai ist dieser einfach zugängliche Rundgang mit 13 Stationen am Stadtrand von Solothurn eingeweiht worden.

 

Der offizielle Start ist am Waldrand beim Schloss Waldegg.

 

 

Wir haben den Einstieg bei St. Niklaus gewählt, welcher vom Solothurner Bahnhof einfach zu Fuss oder mit dem Bus erreichbar ist.

 

 

 

Der Weg eignet sich wunderbar für heisse Sommertage, da man mehrheitlich unter dem kühlen Blätterdach läuft. Er ist einfach, gut gepflegt und auch mit Kinderwagen gut zu laufen.

 

 

 

 

 

 

Robert Walser: Die Einsiedelei
Aus: „Die Rheinlande“,

Dezember 1912

 

 

 

 

 

Irgendwo in der Schweiz, in bergiger Gegend, findet sich, zwischen Felsen eingeklemmt und von Tannenwald umgeben, eine Einsiedelei, die so schön ist, dass man, wenn man sie erblickt, nicht an Wirklichkeit glaubt, sondern dass man sie für die zarte und träumerische Phantasie eines Dichters hält.

 

 

 

 

 

Wie aus einem anmutigen Gedicht gesprungen, sitzt und liegt und steht das kleine, gartenumsäumte, friedliche Häuschen da, mit dem Kreuz Christi davor, und mit all dem holden, lieben Duft der Frömmigkeit umschlungen, der nicht auszusprechen ist in Worten, den man nur empfinden, sinnen, fühlen und singen kann.

 

 

 

 

 

 

 

Die Legende
Nach der Enthauptung von Urs und Viktor, reiste Verena die Verlobte von Viktor unverzüglich nach Salodurum. Unweit der Stadt fand sie in einer engen Waldschlucht Unterkunft, wo sie während langen Jahren hauste und Kranke pflegte.

 

 

 

Die Kinder der Armen besuchten sie und hörten ihren Geschichten zu, nachdem Verena ihnen die Hände und das Gesicht gewaschen hat und mit dem Kamm durch die zerzausten Haare gefahren ist. Eines Tages, als sie müde den Heimweg durch die dunkle, regennasse Schlucht suchte, glitt sie aus.

 

 

 

 

 

Eine klitzekleine Öffnung in der  Felswand, in der ihre Hand im letzten Moment noch Halt zu fassen bekam, rettete ihr Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis heute haben viele Menschen, um Heilung flehend, ihre Hand in die Öffnung gehalten.

 

Von bösen und neidischen Menschen verfolgt, hielt es Verena nicht mehr länger aus.

 

 

 

 

 

Sie nahm Abschied von den Gräbern der Thebäer und fuhr, auf einem Mühlstein sitzend, flussabwärts, bis dorthin, wo die Aare in den Rhein mündet.

 

Bis zu ihrem Tod im Jahre 344 n.Chr. lebte Verena in Zurzach, wo sie begraben liegt.

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Offizieller Flyer vom Steinmuseum Solothurn
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