Die Arena

 

Wenn etwas die sanftmütigen Balinesen aus der Fassung bringen kann, dann sind dies die Hahnenkämpfe. Ihre Gockel werden angefeuert, man schliesst Wetten ab, fällt einander in die Arme und...keinen stört's, dass die blutigen Spektakel heute verboten sind.

 

Ein spannender Bericht über die Hahnenkämpfe findet sich ab Seite 44 im Merian / Bali 10/50 ISBN 3-455-29710-2.

 

 

Auf Seite 47 erstrahlt übrigens Euer Gastgeber über die ganze Seite. Die Hahnenkämpfe sind auch seine Leidenschaft und aufgrund seiner grossen Erfahrungen wird er oft als saja kemong, dem Schiedsrichter und Respektperson, beigezogen.

 

Damals waren die Hahnenkämpfe noch erlaubt, heute sind sie offiziel verboten, die Wetten sowieso, ausser einem einzigen? Kampf während dem Tempelfest...

 

 

Zuerst allerdings müssen die geeigneten Tiere gefunden werden. Dies ist ein ziemlich kompliziertes und zeitintensives Auswahlverfahren. Der balinesische Kalender kennt für jeden Tag seinen bevorzugten Hahnentyp. Die Tiere werden ausgetauscht, gewogen, die Flügel geprüft und man lässt sie kurz aufeinander einhacken. Ist ein Paar gefunden, werden von den "Fixern" die taji, zehn Zentimeter lange, rasiermesserscharfe Sporen, kunstvoll am linken Fuss der Hähne mit Bindfäden festgebunden.


Lassen Sie sich von Ihrem Gastgeber die Kunst der Hahnenkämpfe erklären...und Sie werden überrascht feststellen können, was für ein gutes Leben diese Hähne führen, wie liebevoll sie täglich gepflegt und massiert werden. 

 

Übrigens, nicht dass die Balinesen besonders blutrünstig wären...aber was wäre ein Tempelfest ohne seinen Hahnenkampf? Wenn sie ihren Göttern nicht ein wenig Blut opferten, in einer Welt so voller Dämonen?

 

Über den Kampf werden Allianzen geschlossen und Konflikte zwischen Dörfern ausgetragen. Der Hahnenkampf bestimmt also massgeblich das Leben auf der Insel mit.